16.
Juni #Abreise
Nachdem sich am Frankfurter
Flughafen ein junger Mann beim
Versuch unsere Pedale zu lockern die
Finger blutig gemacht hatte und ein
anderer unser erleichtertes Lachen,
nach dem wir den Check-in passiert
und fürs Erste nicht einmal für das
Tandem zahlen mussten, als Auslachen
seiner Frisur interpretierte, saßen wir
endlich im Flieger nach Dublin.
Bei Ankunft nahmen wir sowohl unser
Gepäck als auch unser Tandem in, auf
den ersten Blick, unversehrtem
Zustand entgegen und suchten uns ein
ruhiges Plätzchen am Flughafen um unsere Isomatte auszubreiten und abwechselnd ein paar
Stunden zu schlafen.
Zufrieden und unter den neidischen Blicken der anderen Passagiere, die
auf kalten Stühlen versuchten ein Auge zuzubekommen, bemerkten wir erst gegen Morgen,
dass beim Flug die Kette unseres Tandems abhandengekommen war.
17.Juni #Reparaturen
Hinten munter strampelnd und vorne ohne Kette entspannt tretend, gings zum nächsten
Fahrradgeschäft.
Dort kamen wir wegen Uhrumstellung zwar gleichzeitig mit dem
Nieselregen aber eine Stunde vor dem Ladenbesitzer an.
Nachdem der hilfsbereite Ire uns
eine Kette verkauft sowie unser Fahrrad kostenlos repariert hatte, und sogar Autofahrer
freundlich angehalten hatten um uns nach einer aufwendigen Essenshoppigtour über den
Weg aufzuklären, schlugen wir am Meer unser Zelt auf.
18.Juni #Rush - Küste Irlands
Nachdem P morgens von frischem Ritterbrot aus dem Schlaf gezaubert wurde gings zum
ersten Sightseeing-stop, dem lokalen Hausarzt um eine Tetanus-Impfung für L abzuholen.
Danach wurde eingekauft, gekocht, das Meer erkundet und entspannt.
Dass die einzigen Nicht-Irischen Touristen, die selbstverständlich aus Deutschland kamen,
unsere englische Bitte nach Klopapier als Anfrage der Benutzung Ihrer Wohnmobiltoilette
missverstanden, kam uns ganz Recht, denn so wurden wir nicht durch bayrischen Smalltalk
vom dritten Kochgang des Tages abgehalten.
Zur Krönung des Tages verbrannte L sich fast an einem nichtgerulierbaren Duschstrahl und
D:\Data\nj\Dropbox\Privat\Tandemabitour.doc
Tandemabitour.doc Erstellt: 15.07.15 (Norbert nj.
Jauch) Aktualisiert: 13.08.15 09:46 (NnJ) 2 / 30
P entschied sich dazu, sich lieber bei einer Katzenwäsche auf dem Campingplatz zu
blamieren. 19.
Juni #Linksverkehr
Linksverkehr bedeutet nicht nur auf der linken Seite der eigenen
Fahrbahn zu fahren, sondern auch beim Abbiegen die richtige
Fahrbahn einzuhalten.
Dies lernten wir heute gerade noch rechtzeitig
als wir auf unserem Weg nach Dublin schnurstracks auf einen LKW zuradelten.
Als wir
einige Stunden später von unserem idyllischen Campingplatz im vermieften Dublin
angekommen waren, waren wir erleichtert als wir die Stadt Richtung Land wieder verlassen
konnten...
20.Juni #Wicklow Mountains
Nachdem wir die letzten Tage nur etwa 25 Kilometer am Tag zurückgelegt hatten, ging es
nun auf einen etwas größeren Trip, durch die Wicklow Mountains nach Roodwood.
Dieses
Gebirge gehört zu den größten in Irland, auch wenn es aufgrund eiszeitlicher Gletscher heute
nur noch abgeflachte Berggipfel in etwa 800m Höhe aufweist, die von Mooren überdeckt
sind.
Einige Schafen hatten vor unserem Gefährt mehr Angst als vor den vorbeidonnerden Autos
und die irischen Radfahrer riefen uns wann immer möglich 'Nice and lovely bike!' zu, sodass
wir abends stolz an einem Campingplatz am See einschliefen. 21.
Juni #Hostel
Nach weiteren 45 Kilometern kamen wir in unserem Hostel, dem Jacobs Inn in Dublin an.
Während das Tandem von den offenen und freundlichen Hostelmitarbeiter sicher verstaut
wurde, bezogen wir unser 10 Bettzimmer in dem sich schon eine Gruppe junger Engländer
aufhielt.
Als wir vom Mittagessen auf der Dachterrasse zurückkamen, war die Gruppe auch
schon ausgeflogen und auch am nächsten Morgen hatten wir das geräumige Zimmer für uns
allein.
22.Juni #Training
Während L mal wieder tat was sie nicht lassen kann (Ballett), lernte P die nette Finnin
Evelina auf einer Sightseeingtour kennen, welche P jedoch abbrach um mit L zu Mittag zu
essen (missratene Pommes, es gibt also doch ein Gericht, dass wir auf unserem
Campingkocher (noch) nicht zubereiten können).
Später ging es dann zum Trinity College, welches einen großen Park einschließt.
Während
sich für L der Tag damit dem Ende neigte, wurde P gerade erst wach: sie besuchte ein
Pilates-Ballettstunde und daraufhin eine Impro Comedy Show von der sie gegen Mitternacht
zufrieden, wenn auch erschöpft, zurückkam.