Würden Konrad Duden und Goethe einen modernen Chat zwischen jungen Buben lesen, würden die beiden Klassiker ihre Köpfe ergreifen.
Das ist verstehbar.
Im Chat vergisst man die Grammatik und Rechtschreibung und niemand ist gegen von dem Chatpartner begangene Fehler.
Bei einem Vergleich klassischer Literatur mit dieser Art der Unterhaltung kann man entnehmen, dass die Sprache durch die modernen Kommunikationsmittel bedroht ist.
Mittlerweile stimmen Sprachwissenschaftler dieser Schlussfolgerung nicht zu.
Ihrer Meinung nach ist ein neuer Typ der Sprache neben der Schriftsprache und Umgangssprache aufgetaucht.
Der wichtigste Wert eines Chatsystems ist seine Geschwindigkeit, für die man bereit ist, schriftlich zu plaudern.
Noch an einen wichtigen Punkt des Chatunterhaltung hat sich der Autor erinnert: Emoticons und Erikative.
Die Ersten sind vor 25 Jahren in einem Chat eines Studenten entstanden worden und zugleich durch andere Kommunikationsmittel aufgegriffen worden.
Die Zweiten sind mithilfe der Tätigkeit der beliebtesten deutschen Übersetzerinnen erschienen.
Noch zu einem für die Linguisten interessanten Ergebnis hat diese Verbreitung der Internetkommunikation geführt: neue Wörter.
Beispielsweise haben die Titel einiger populärer Internetseiten neue Verbe gegeben, die ihr wichtigstes Ziel wiederspiegeln.
Ein einfaches Beispiel kann man hier anführen: Das Wort „googeln“ bedeutet einen Suchvorgang im Internet mithilfe der Internetseite www.google.com.
Und dieses Verb hat seinen Platz sogar in der Bibel der deutschen Sprache besetzt – in Dudens Wörterbuch.